04. Dezember

Die Klasse 7b hat im Deutschunterricht eine Fotostory zur Weihnachtsgeschichte „Das Geschenk der Weisen“ erstellt. 

Viel Spaß damit!

Es war einer der kältesten Winter, den London jemals erlebt hatte. Es war kurz vor Weihnachten. In einem kleinen Zimmer über einer Bäckerei lebten James und Mary. Die beiden hatten nur wenig Geld und wünschten sich, sie könnten es sich leisten, dem anderen ein Geschenk zu machen. Doch dafür reichte ihr Lohn nicht aus. Mary musste schon für das Weihnachtsessen sparen. Dabei hatte sie doch schon eine Idee, was sie James hätte schenken wollen: beim Pfandleiher lag eine wunderbar glänzende Uhrenkette aus Gold im Schaufenster, die genau zu James Taschenuhr passte. Die Kette hätte wunderbar zu seiner Uhr gepasst. Nie mehr hätte er Sorge haben müssen, die Uhr zu verlieren. Doch es half alles nichts – ihr Geld genügte nicht für die goldene Kette.

Mary denkt: „Die Uhrenkette wäre so ein schönes Geschenk für James..“

Im selben Schaufenster, nur ein kleines Stückchen weiter rechts, lag ein kunstvoller Kamm mit Edelsteinen verziert. James hätte Mary zu Weihnachten so gerne mit dem Kamm überrascht. Er hätte wunderbar in ihr schönes Haar gepasst. Doch James hatte nicht das Geld, um den Kamm zu kaufen. Seine Arbeit wurde schlecht bezahlt und das Leben in London war teuer.

James denkt: „Könnte ich mir so einen Kamm leisten, wäre es schön…“

Am Morgen vor Weihnachten schneite es stark. James verbrachte den Tag bei der Arbeit. Er war sehr müde, aber er war auch voller Vorfreude auf die Feiertage, die er mit seiner geliebten Mary verbringen wollte. Außerdem hatte er noch etwas Besonderes im Sinn. Und somit beeilte er sich, das Büro zu verlassen. Völlig eingeschneit kam James eine Stunde später zu Hause an. Der Tisch war gedeckt und aus der Küche duftete es nach Essen, aber Mary schien nicht da zu sein. James zog eine kleine Schachtel aus seiner Manteltasche und stellte sie auf den Tisch. Er setzte sich, um auf seine Geliebte zu warten. Nach wenigen Minuten öffnete sich die Tür und eine schneebedeckte Mary kam herein. Als sie James am Tisch sitzen sah, strahlte ihr Gesicht.

James erwartet Mary an Weihnachten. Sie übergibt ihm ihr Geschenk.

„Du bist schon hier, wie schön!“ Ohne abzulegen holte sie ein in braunes Papier gewickeltes Päckchen aus ihrer Manteltasche und reichte es James über den Tisch hinweg. „Ich kann nicht länger abwarten, du sollst dein Geschenk jetzt gleich haben. Frohe Weihnachten, mein Liebster!“
James nahm das Päckchen freudig entgegen.
James wickelte das Papier ab und zum Vorschein kam die goldene Uhrenkette aus der Auslage des Pfandleihers. Erwartungsvoll sah Mary James an.
„Nun, was sagst du? Du kannst deine Uhr jetzt wie ein echter Gentleman tragen!“
Mary suchte nach Freude in James’ Blick, doch sie fand nur Staunen und dann Traurigkeit.
„Was ist? Gefällt sie dir nicht?“
„Oh, Mary, die Kette ist ausgezeichnet, genau so eine habe ich mir immer gewünscht. Es ist nur…die Uhr gehört mir nicht mehr. Ich habe sie heute zum Pfandleiher gebracht, um mein Geschenk an dich bezahlen zu können.“

Mary übergibt James ihr Geschenk.

Er deutete auf die kleine Schachtel auf Marys Platz.
Noch bevor sie den hölzernen Deckel ganz geöffnet hatte, sah Mary das Funkeln des wunderschönen Kamms. Sie betrachtete den Kamm mit gesenktem Kopf. Als sie aufsah, standen Tränen in ihren Augen. „Oh James, wie wunderschön…aber es tut mir so leid. Ich brauchte Geld, um die Uhrenkette bezahlen zu können. Und da ich nicht wusste, woher sonst ich es hätte nehmen können, da habe ich….“
Sie begann zu schluchzen.
„Was hast du getan, mein Liebling?“
Mary zog die Mütze vom Kopf. „Ich habe mein Haar dem Perückenmacher verkauft.“ Tränen liefen über ihre Wangen. James war sprachlos. Ungläubig starrte er auf den stoppeligen Schopf

Mary hat ihr Geschenk gerade ausgepackt und verdeckt ihren Schopf mit den abgeschnittenen Haaren.

Nach ein paar Augenblicken fand James die Sprache wieder: „Du hast mir also eine goldene Kette für meine Taschenuhr gekauft.“
Mary nickte und weinte.
„Aber ich habe die Uhr zum Pfandleiher gebracht, um dir den Kamm zu schenken“, fuhr
James fort und ein Lächeln begann sich in seine Stimme zu schleichen.
„Aber du kannst ihn gar nicht mehr tragen, denn du hast dein Haar dem Perückenmacher verkauft.“ Wieder nickte Mary. „Damit du Geld für die Uhrenkette hattest“, schmunzelte James.

Als sich ihre Blicke trafen, brachen sie in schallendes Gelächter aus. Sie lachten so laut und so lange, dass sie ganz erschöpft davon waren und ihnen die Bäuche wehtaten. James stand endlich auf und ging um den Tisch herum, um Mary zu umarmen. So standen sie da, als würden sie sich nicht mehr loslassen wollen. Beide hatten ihren wertvollsten Besitz gegeben, um dem anderen ein Geschenk zu machen. Und das machte sie in diesem Moment nicht nur zu den glücklichsten, sondern auch zu den reichsten Menschen in ganz London.

Mary und James stellen fest, dass sie beide etwas Wertvolles verkauft haben, um dem anderen ein Geschenk zu machen. Darüber freuen sie sich.